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Timmermans und Sinkevičius: Europäischer Green Deal muss alle mitnehmen

(05.12.2019) Vor dem Ausschuss der Regionen hat Frans Timmermans, Exekutiv-Vizepräsident der Europäischen Kommission, heute dafür plädiert, den Wandel hin zu einer CO2-neutralen Wirtschaft auf allen politischen Ebenen gemeinsam und proaktiv zu gestalten.

Die europäischen Bürger in diesen tiefgreifenden Prozess einzubinden, sei Herzstück des europäischen Green Deals, den die Kommission am kommenden Mittwoch auf den Weg bringen wird, so Timmermans. Der neue, nur alle fünf Jahre erscheinende Bericht zum „Zustand der Umwelt“ der Europäischen Umweltagentur zeige auf, wie dringend die EU hier vorankommen müsse, erklärten Timmermans und EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Hans Bruyninckx, dem Exekutivdirektor der EU-Umweltagentur.

 
 

Präsidentin Ursula von der Leyen hat den europäischen Green Deal zur Priorität ihrer Kommission gemacht. Eine erste Mitteilung über die nächsten Schritte werden die Kommissarinnen und Kommissare am 11. Dezember verabschieden, rechtzeitig vor dem Treffen der Staats- und Regierungschefs beim Europäischen Rat vom 12.-13. Dezember.

Frans Timmermans betonte vor dem Ausschuss der Regionen, dass die zu erwartenden Kosten des Wandels hin zu Klimaneutralität bis 2050 – mehrere hundert Milliarden Euro pro Jahr – erheblich seien, aber auch erheblich geringer als die Kosten des Nichthandelns. Europa müsse die Chance ergreifen, den Wandel proaktiv und sozialgerecht zu gestalten. „Wenn wir wollen, dass alles so bleibt wie es ist, wenn wir unsere Werte, den sozialen Ausgleich und Fairness bewahren wollen, dann müssen wir: alles ändern,“ sagte er mit Blick auf Ängste vor den Herausforderungen Klimawandel und Digitalisierung. Diese würden nicht haltmachen, wenn wir die Augen vor ihnen verschließen. „Aber gemeinsam können wir unsere Antwort gestalten“, erklärte er. So können Europa die Chancen für Wachstum und Beschäftigung ergreifen, die die transformative Agenda der nächsten Jahre und Jahrzehnte bietet.

Die Analysen des Weltklimarates IPCC und der gestern veröffentlichte Bericht zum Zustand der Umwelt enthielten viele alarmierende Fakten. Die gute Nachricht sei jedoch: es ist noch Zeit zu handeln, und der Wandel ist auch finanziell zu stemmen.

„Stellen Sie sich vor, ein großer Komet rast auf die Erde zu und wird uns in etwa einem Jahrzehnt treffen. Werden wir dann sagen: Ja, wir müssen etwas tun, aber bitte nicht zu disruptiv? Nein, wir würden alles tun, und das Gleiche gilt für den grüne Transformation. Wir können es tun“, sagte Timmermans.

Virginijus Sinkevičius, der neue EU-Kommissar für Umwelt, Meere und Fischerei, erklärte zu EUA-Bericht: „Der Bericht über den Zustand der Umwelt ist ein wichtiges Dokument für uns alle, die wir uns um die Zukunft Gedanken machen. In dem Bericht wird die Gefährdung unserer Natur, unserer Gewässer und Meere, unserer Böden, unseres Klimas und unserer Luft aufgezeigt. In der kommenden Woche wird die Kommission den europäischen Green Deal vorstellen. Unser Ziel ist es, Umweltschutz und Kreislaufwirtschaft zu stärken und die Umweltbelastung so weit wie möglich zu reduzieren. Wir können die Entwicklung verändern, die in diesem Bericht dargestellten Tendenzen umkehren und unsere gemeinsame Zukunft grüner gestalten.“

Hans Bruyninckx, Exekutivdirektor der EUA, betonte mit Blick auf den Bericht zum „Zustand der Umwelt“, dass die Zeit für „business as usual“ vorbei sei und neue Antworten gefragt seien. Der europäische Green Deal, den die Kommission in der kommenden Woche vorstellen wird, nehme diese Aufgabe auf.

Der Bericht der Umweltagentur bietet eine wissenschaftliche Analyse, die aufzeigt, wie dringlich Maßnahmen zum Schutz unseres Planeten sind. Europa hat demnach ein enges Zeitfenster von zehn Jahren, um gegen den Artenverlust, die Auswirkungen des Klimawandels und den übermäßigen Verbrauch natürlicher Ressourcen vorzugehen.

 

 

Weitere Informationen

Mitschnitt des Statements von Frans Timmermans vor dem Ausschuss der Regionen

Mitschnitt der Pressekonferenz von Frans Timmermans, Virginijus Sinkevičius und Hans Bruyninckx 

Daily News vom 5.12.2019 

Pressemeldung vom 4.12.2019: Umweltagentur besorgt um Zustand von Umwelt und Klima in Europa

Bericht: Die Umwelt in Europa - Zustand und Ausblick 2020

Pressekontakte:

Pressesprecherin EUA (zum EUA-Bericht): Antti Kaartinen Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. +45 2336 1381

EU-Kommissionsvertretung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel.: +49 (30) 2280-2190

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter (030) 2280 2900

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